„Jugendlicher“ oder nicht? Deshalb Prozess Totprügler geplatzt – „Schutzsuchender” weiter auf freiem Fuß


MAGDEBURG: Ende Juni sollte der Prozess gegen Sabri H. (20?), den Totprügler
vom Wittenberger Arsenalplatz beginnen. Doch er platze schon vor der Eröffnung.
Weil es inzwischen erhebliche Zweifel daran gibt, dass der Angeklagte zur Tatzeit
im jugendlichen Alter war, berichtet bild.de. Am 29. Juni 2017 soll der junge Syrer
(zur Tatzeit angeblich 17) nach einer Rangelei Markus H. (30) niedergeschlagen
haben. Der Wittenberger zog sich beim Sturz eine tödliche Kopfwunde zu. Der Tot-
prügler blieb auf freiem Fuß.

Staatsanwalt beantragte U-Haft  – Totprügler trotzdem nicht in Haft

Mit der Anklageerhebung (Az. 22 KLs 28/18) wegen Körperverletzung mit Todes-
folge beantragt die Staatsanwaltschaft im Herbst 2018 erstmals, den Verdächtigen
in U-Haft zu nehmen. Aber die zuständigen Richter lehnten ab. Im Juni sollte end-
lich das Verfahren vor der 2. Großen Strafkammer des Landgericht Magdeburg als Jugendkammer beginnen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Doch der Termin
wurde aufgehoben. Zunächst weil die Kammer überlastet war. Aber auch die für
solche Fälle vorgesehenen Ersatztermine im September wurden gestrichen.

Undurchsichtige Altersangaben bewirken Prozessverzögerung

Denn inzwischen zweifelt die Jugendkammer an ihrer Zuständigkeit. Ist Sabri H.
überhaupt nach Jugendrecht zu bestrafen? Gerichtsmediziner sollen nun erst mal
anhand des Zahnstatus‘ die Altersangaben des Syrers überprüfen. „Genau das
hab
en wir schon mehrmals gefordert und wurden immer abgeschmettert“, sagt
Karsten
H. (54), der Vater des Opfers und einer der Nebenkläger, kopfschüttelnd. Insgesamt gab es in den 22 Monaten seit der Tat sechs derartige Anträge – alle-
samt wurden von der
Justiz abgelehnt. Der Anwalt des Vaters hat inzwischen ein
Beschwerdeschreiben an
die Präsidentin des Landesgerichts Magdeburg abge-
setzt, so BILD weiter.

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